Fast am Ziel: Unser Projekt „Dorfgemeinschaftshaus“



Mit unserem großem Umbauprojekt „Dorfgemeinschaftshaus“ sind wir nun endlich auf die Zielgerade eingebogen. Einige Restarbeiten innen sowie Arbeiten an der Außenanlage stehen noch aus, dennoch hatten wir am 23. November 2019 zahlreiche Sponsoren, Unterstützer, Handwerker, Helfer, Förderbeteiligte und Behördenvertreter zur formellen Eröffnungsveranstaltung in die Molkereistraße geladen. Während dieser „offizielle“ Termin auch aufgrund der Förderrichtlinien noch im Jahr 2019 durchgeführt werden sollte bzw. musste, haben wir ein Eröffnungsfest mit und für alle Bürgerinnen und Bürger für das Frühjahr 2020 geplant.

Das Gebäude soll ab Januar 2020 durch regelmäßige Gesellschaftsveranstaltungen mit Leben gefüllt werden, wie etwa Seniorennachmittage, Jugendabende, kulturelle Veranstaltungen oder einfach gemütliche „Kneipenabende“. Aber auch Privatpersonen, Vereine und Institutionen können die Räume für Veranstaltungen nutzen. Für Fragen zur Mietung und Nutzung des Gebäudes sprecht bitte Julia Kray oder Karsten Röhr oder eines der anderen Vorstandsmitglieder an. Weitere Informationen werden ab Anfang 2020 auch auf der Internetseite www.oberfischbach.net zu finden sein. Bei Fragen zu Möglichkeiten der weiteren finanziellen Unterstützung des Projekts wendet euch bitte an unseren Kassierer Guido Müller-Späth.

Um die Bau-Historie Revue passieren zu lassen und noch einmal den Dank an alle Beteiligten auszusprechen, drucken wir an dieser Stelle die Eröffnungsansprache des Vorstands der Heimatfreunde Oberfischbach e.V. ab, die unser 1. Vorsitzender Rolf Kray auf der Veranstaltung am 23.11.2019 gehalten hat:

Es ist vollbracht! Wir, die Heimatfreunde Oberfischbach, freuen uns Sie heute zum offiziellen Abschluss unseres Projektes „Vom Abstellraum zum Lebensraum“ im schönen Oberfischbach begrüßen zu können. Sie sind heute von uns eingeladen worden, weil Sie ALLE einen maßgeblichen Anteil an dem erfolgreichen Abschluss des Projektes haben. Sei es als Sponsor, als Spender, als Fördergeldgeber, als Gönner, als Bauhelfer, als Begleiter in verwaltungstechnischen Fragen und der Abwicklung der Finanzierung, als moralischer Unterstützer und nicht zuletzt als Freund und Nachbar der Heimatfreude Oberfischbach.

Wir sind froh, stolz und glücklich so viele Gäste heute hier begrüßen zu dürfen, die unserer Einladung gefolgt sind. Ich versuche niemanden zu vergessen indem ich sage, herzlichen Dank an:
• die NRW-Stiftung mit Ihrer Förderung,
• die Verwaltung der Stadt Freudenberg, vertreten durch die Bürgermeisterin und Ihre Mitarbeiter,
• unseren Ortsvorsteher,
• die Sparkasse Siegen und die Bürgerstiftung Gut für Freudenberg,
• die Volksbank Freudenberg-Niederfischbach,
• den Architekten und den Statiker,
• die örtlichen Handwerker für Ihre tatkräftige Hilfe,
• die vielen fleißigen Helfer für Ihren Einsatz auf der Baustelle und im Hintergrund,
• die Helfer, die als Rentner und mit einem Alter über 80 tatkräftig und wesentlich Innenausbau geprägt haben,
• die vielen Helfer, die keine Vereinsmitglieder sind, aber vielleicht werden wollen,
• die Nachbarn für Ihre Geduld und das Aushalten der Störungen während der ganzen 2-jährigen Bauzeit,
• die vielen privaten Spender, mit teils erheblichen Summen,
• die Unternehmensspenden in ebenso teils erheblichen Summen,
• die ARGE der Oberfischbacher Vereine für die großzügige Unterstützung,
• die Fraktionen im Rat für Ihre finanzielle und moralische Unterstützung,
• die Frauen für die kulinarische Bewirtung zu Mittag an jedem Samstag.
Sie merken, wenn ich jeden einzeln mit Namen nennen würde, wäre ich noch lange nicht fertig, daher fühlen Sie sich bitte ALLE herzlich umarmt und mit einem aufrichtigen Dank der Heimatfreunde versehen. Und wenn ich eine Gruppe vergessen haben sollte, dann ist das nicht mit Absicht geschehen und ich bitte es zu verzeihen. Jeder von Ihnen hat einen Anteil an unserem neuen Heimathaus.

Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos miteinander Pläne zu machen.‘Das hat Konfuzius gesagt und ich darf sagen, er hat Recht! 23 Angefangen hat im Prinzip alles, als der frisch gegründete Heimatverein Oberfischbach im Jahre 2003 das „Alte Feuerwehrgerätehaus“ vom SGV Oberfischbach übernommen hatte. Das Feuerwehrhaus war frei geworden, weil die Löschgruppe Oberfischbach ein neues Gerätehaus gebaut hatte. Der junge Heimatverein war damals so mutig und hat die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, da wir kein Vereinsheim hatten. Immerhin war das Gebäude aus dem Jahre 1954 und hatte nicht gerade die beste Bausubstanz. Das mussten wir auch beim Umbau erfahren. Was hier so alles schief und buckelig war hat sich nicht ganz retuschieren lassen.

Das Gebäude wurde vom Heimatverein primär als Sitzungsraum im Obergeschoss genutzt und als Lagerhalle für die ganzen Arbeitsgeräte, die wir im Ort gebraucht haben, verwendet. Jedes Mal, wenn wir hier unser Kartoffelfest oder andere Veranstaltungen abgehalten haben, mussten wir alles rausräumen, irgendwo unterbringen und wieder einräumen. Wir hatten nur im Obergeschoss Elektroöfen als Heizung und eine steile Außentreppe, die man nur verwenden konnte, wenn man gut zu Fuß war.

Dass das Projekt eigentlich geboren wurde mit der Idee, dass wir in Oberfischbach, im Gegensatz zu vielen anderen Ortschaften in Freudenberg, keinen Backes haben und wir zumindest einen Pizzaofen an die Außenwand bauen wollten, kann man fast nicht glauben. Und jetzt kommt das Zitat von Konfuzius ins Spiel. Mit dieser Idee wurde die gemeinsame Vision von einem zentralen, für alle offenen Heimathaus und Dorftreff geboren. Dass Visionen auch realisierbar sind, wenn man sich einig ist, sehen Sie heute hier live und in Farbe.

In Oberfischbach haben wir keinen Ort gehabt, der zentral im Dorf für alle leicht erreichbar ist. Der für alle örtlichen Vereine und die jungen und alten Menschen in Oberfischbach zum Treffpunkt genutzt werden kann. An dem in gemütlicher Atmosphäre in einer Art Wohnzimmer des Dorfes „geschwätzt“, gelacht und auch „gelustert“ werden kann, wenn einer einen Vortrag hält. Hier soll also auch Kultur stattfinden! Das wollten wir für Oberfischbach, das Heusling24 und Fischbachtal einfach anbieten. Im Jahre 2016 haben wir die Pläne auf der Jahreshauptversammlung vorgestellt und die Vereinsmitglieder haben uns das Vertrauen ausgesprochen mit der Realisierung zu beginnen.

Von den ganzen darauffolgenden Anstrengungen hinsichtlich Baugenehmigung, Beantragung von Fördergeldern usw., usw. möchte ich heute nicht berichten, das habe ich auf dem Richtfest getan. Nur so viel: Es war eine sehr aufregende und nervenaufreibende Zeit, aber von Erfolg gekrönt! Als wir dann loslegen konnten, haben wir haben das Gebäude im Prinzip entkernt, statisch neu bewertet, neu überplant und einen Anbau erstellt. Wenn man sich die Bilder vom Anfang und die von Heute anschaut, kann man es fast gar nicht glauben, wie es einmal ausgesehen hat. Alles, außer die elektrischen und sanitären Arbeiten, wurde in Eigenleistung mit Unterstützung 25 durch unsere örtlichen Handwerker erstellt. Sie können sich vorstellen, wie viele Stunden von ehrenamtlichen Helfern aus dem Verein und auch Helfern, die nicht im Verein sind, geleistet wurden. Abrechnen durften wir im Rahmen der Förderung durch das Dorfinnenentwicklungskonzept (DIEK) eine festgelegte Stundenzahl. Die hat bei weitem nicht ausgereicht, das zu leisten.

Wenn man mehr als 2 Jahre mit so vielen Helfern und Institutionen zusammenarbeitet, ist das schon eine Herausforderung: Immer versuchen an alles zu denken. Die Arbeiten koordinieren, verschiedene Meinungen und Ansichten zusammenbringen und Lösungen finden. Mit knappen Mitteln jonglieren. Die Auflagen durch die Fördergeldgeber und Behörden einhalten. Immer Material auf der Baustelle haben, Gelder besorgen, weil man merkt, dass bestimmte Arbeiten doch teurer werden als geplant. Ich denke da nur an die umfangreichen Zusatzarbeiten durch statische Anforderungen und vieles mehr. Ich kann sagen, es hat Phasen gegeben, da war einem alles leid, aber wir haben uns gegenseitig schnell wieder motiviert und eingefangen, wenn einer mal die Nase voll hatte. Wie Sie sehen ist der Vorstand auch immer noch zusammen und spricht miteinander.

Miteinander ist ein gutes Stichwort. Es haben so viele Helfer samstags hier ihre Arbeit verrichtet und das in Harmonie. Natürlich mit dem üblichen „Gefrotzel“, was so abgehalten wird. Es hat, denke ich, jedem Spaß gemacht hier hinzukommen. Auf der Baustelle waren oft 3 Generationen tätig, angefangen von den jungen Zwillingen aus der Nachbarschaft bis hin zum über 80-jährigen. Glücklich sind wir, dass es auf der Baustelle keine nennenswerten Verletzungen gegeben hat. Man kann allenfalls von Blessuren sprechen. Einmal gepustet und es war wieder gut. Was ich nicht weiß ist, was die Helfer jetzt in Zukunft samstags machen werden. Manch einer wird sicherlich den Heimatverein anflehen das nächste Projekt anzustoßen, denn es gab ja auch immer sehr leckeres Essen bei uns auf der Baustelle. Vielleicht mehr und besser als 26 zuhause?

Das alles zu stemmen war natürlich primär auch eine finanzielle Frage. Wir hatten zur Vorbereitung des Projektes komplett aus eigener Tasche in der Schelder Straße einen Lagerschuppen für die ganzen Geräte gebaut. Das hatte uns auch schon 17.000€ gekostet. Veranschlagt war dieses schöne, hier zu bewundernde, Projekt mit einer Bausumme von 180.000€. Die hatten wir natürlich nicht. Hier kommen Sie als Förderer, Spender und Gönner ins Spiel. Die Förderung durch das DIEK war auf Material und Eigenleistung ausgelegt. Somit konnten wir durch unsere Eigenleistung Geld bekommen, das wir wiederum für den Bau einsetzen konnten. Die NRW-Stiftung hat uns die sanitären und elektrischen Installationen gefördert und die Sparkasse Siegen, die Bürgerstiftung Gut für Freudenberg sowie die Volksbank Freudenberg-Niederfischbach haben uns mit namhaften Geldbeträgen in Form von Spenden geholfen. Dafür mein allerherzlichstes Dankeschön!

Ein ebenso herzliches Dankeschön gilt den vielen privaten Spendern und Unternehmen, die mit kleineren Beträgen, aber auch mit namhaften, großen Summen ihre Verbundenheit mit dem Dorf, dem Heimatverein und dem Projekt gezeigt haben. Ohne Sie ALLE wäre das nicht möglich gewesen.

In diesem Zusammenhang muss ich erwähnen, dass wir natürlich längst noch nicht fertig sind.
Das hat insbesondere 2 Gründe:
1. Wir haben kein Geld mehr und
2. Wir wollen auch später noch etwas zu tun haben, damit wir den Lieben zuhause nicht auf den Wecker gehen.

Zu Punkt 1 kommen wir gerne im Verlauf der Veranstaltung noch auf Sie zu. Es hatte sich der ein oder andere ja auch proaktiv angeboten noch einmal zu helfen. Hier muss ich noch sagen, dass die Mediengeräte durch den Heimatscheck vom Land gefördert wurden. Nicht das einer glaubt, wir hätten Geld zu viel! Aber, wo die Töpfe sind, kann man ja auch anzapfen. Ich glaube das haben wir ganz gut hinbekommen.

Ab dem 01.01.2020 wollen wir offiziell in die Nutzung des Gebäudes gehen, wir sind derzeit dabei eine Nutzungsordnung und eine Gebührenordnung zu erstellen. 2 Personen haben sich bereit erklärt sich um die Belegung zu kümmern. Wir suchen auch noch jemand, der die Reinigung nach Veranstaltungen übernimmt. Natürlich gegen Bezahlung. Selbstverständlich werden wir für die Bürger von Oberfischbach und Umgebung noch eine separate Eröffnungsveranstaltung machen, um das Haus offiziell sozusagen dem Dorf zu übergeben. Das machen wir aber im Frühjahr bei etwas besserem Wetter. Ich denke jetzt habe ich genug erzählt, aber es gibt ja auch viel zu berichten! (. . . ) Glück Auf !!

Björn Siebert



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